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JUDITH JÁUREGUI

 

JUDITH JÁUREGUI

(Photo: Kaupo Kikkas | NO-TE)




In einem sehr persönlichen Recital erkundet die spanische Pianistin Judith Jáuregui die eigenen Wurzeln und erweist Claude Debussy ihre Ehrerbietung. Anlässlich seines 100. Todestages richtet sie den Blick auf zwei pianistische Hauptwerke dieses Wegbereiters der Moderne und macht in der Zusammenschau mit anderen Komponisten und Epochen zudem die historischen Linien bewusst, die zu Debussy führten oder von ihm ausgingen. Nach prämierten CDs für Columna Música und ihrem eigenen Label BerliMusic ist dies Judith Jáureguis erstes Album bei ARS Produktion und zugleich ihre erste Live-Einspielung.


Anlass für diese Aufnahme war Debussys 100. Todestag. Was bedeutet Dir das persönlich und künstlerisch?

Ich habe die letzten 10 Jahre sehr intensiv Debussy verarbeitet. Ich bewundere seine Sprache, sein natürliches Gefühl, die Art, Farben zu erstellen, verschiedene Gewebe mit dem Instrument zu erschaffen, in welchen sich die Melodien, Harmonie und Rhythmik verstecken. Egal wie lange man an einem Stück wie Estampes arbeitet, es zeigt einem immer Geheimnisse und es ist immer eine Erfahrung, daran zu arbeiten. Ich fühle mich stets lebendig durch seine Musik. Debussys Inspiration ist dieselbe, die wir bei der Natur oder der Poesie finden. Während man seine Musik vorspielt, kann man mental reisen, ein Sonnenauf- oder Sonnenuntergang genießen, sich über Meere und Berge fühlen und gleichzeitig eine intime Seelenreise begehen. Ich habe eine besondere Verbindung mit seiner Art, die Welt über die Musik zu beschreiben, und deswegen wollte ich ein Konzert spielen – welches jetzt eine Aufnahme geworden ist – wo seine Person durch zwei seiner wichtigsten Stücke dargestellt wird. Dazu gehören auch Komponisten, die stark mit ihm verbunden waren.


Wie kam es zu der interessanten Zusammenstellung des Programms?

Ich liebe es, wenn Konzerte und Aufnahmen eine Reise repräsentieren oder eine Geschichte erzählen. Deswegen habe ich mich für diese Erzählung entscheiden, anstatt ein monographisches Projekt von Debussy zu seinem 100-jährigen Todestages zu spielen.
Neben ihren ästhetischen Verbindungen zu Debussy habe ich mich für diese Komponisten entschieden, weil ich eine nähere Beziehung zu ihnen entwickelt habe. Falla und Mompou sind meine Wurzeln; ich fühle eine besondere Hingabe zu Mompou. Seine Musik fängt mich, sie repräsentiert für mich die Essenz, die Wahrheit und die Reinheit. Ich habe mit elf Jahren seine Scènes d’enfants entdeckt und mich seitdem nicht davon getrennt.
Auf der anderen Seite haben Liszt und Chopin das Klavier in seiner ganzen Größe glänzen lassen. Mich interessiert insbesondere die vor-impressionistische Zeit von Liszt, welche schon die Anfänge des 20. Jahrhunderts voraussagte; und in Chopins Lyrik fühle mich sehr wohl.


Ist diese Musik demnach für Dich eine Art ›musikalische Heimat‹?

Neben der spanischen habe ich auch eine persönliche Beziehung zu der französischen Musik. Mein Vater wurde in Mexiko geboren, wuchs aber in Frankreich auf, und mein Zuhause war stets von der französischen Kultur geprägt. San Sebastian, die Stadt wo ich geboren und aufgewachsen bin, liegt an der Grenze zu Frankreich, und viele meiner Erinnerungen sind aus Nachmittagen ›auf der anderen Seite‹. Mein ganzes Leben habe ich diese Verbindung gespürt. Daher bin ich mit den Farben, den Ideen, der Ästhetik von Debussy, Ravel, Poulenc usw. sehr verbunden. Das erklärt auch, warum ich mich generell mit der Musik aus Paris so wohl und in der Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts besonders heimisch fühle.


Wieso hast Du Dich gerade für Estampes und die L’Isle Joyeuse entschieden?

In Estampes finden wir von Anfang an seinen ›Stempel‹: bei Pagodes und seiner Reise in asiatische Länder, zu der ihn 1900 die Expo in Paris inspirierte; weiter zu La soirée dans Grenade, welches mit Pour le tombeau de Claude Debussy verbunden ist. Dort wird ein schöner Sonnenuntergang in la Alhambra aufgenommen, pure Magie. Er führt uns dann zu den ›Gärten unter dem Regen‹, wo man das Wasser in all seinen Varianten hören kann und wir dadurch die pure Natur fühlen können. Ich liebe es, aus diesen städtischen Gewässern zu der Sensualität von L’isle joyeuse zu gehen, ein Stück voller außerordentlicher Expression und Glanz unter den Werken Debussys.


Die CD ist Dein nunmehr 5. Album – warum eine Liveaufnahme?

Diese CD-Aufnahme war eine spontane Entscheidung. Bösendorfer hatte ein Konzert in seiner Reihe ›Imperial in Concert‹ organisiert und wir entschieden uns, es aufzunehmen, um die Erinnerung zu bewahren. Als wir die Aufnahme erhielten, dachten wir, warum nicht veröffentlichen – und haben uns an ARS gewandt. Eine Studio Aufnahme hat seine Vorteile und bietet sehr gute Soundarbeit. Aber eine direkte Aufnahme hat die Wahrheit des Moments. Als Künstler glaube ich an die Wahrheit, an das Teilen eines Moments echten Gefühls. Und das ist, was diese Aufnahme hat.

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Category:

Photo, PR

Date:

März 6, 2019