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The High Horse

The High Horse

(Photo: Michael_Isler)

 

Oktober 2019

The High Horse

Stephanie Szanto: Mezzosopran, Komposition, Arrangement
Simon Bucher: Klavier, Komposition, Arrangement, Stimme

Was zunächst den Anschein eines gediegenen Liedrecitals erweckt, entpuppt sich auf den zweiten Blick vielmehr als Bandprojekt. Ist das nun veredelter Trash oder trashige Hochkultur? Es ist ein Spiel mit den Genres! – warum sich von Schubladen einengen lassen, wenn musikalische Ideen doch universell sind! Stephanie Szanto, eine international gefragte Mezzosopranistin aus der Schweiz und ihr Landsmann am Piano Simon Bucher ließen wie ‚Rennpferde den zu engen Stall‘ hinter sich und haben sich für ihr aktuelles Projekt der Popmusik ihrer Jugend angenommen. Aber diese international gefragte Sängerin in Oper und Konzert sowie ihr Klavierpartner, ebenso ein leidenschaftlicher Improvisierer und Komponist, haben viel zu viel künstlerisches Selbstbewusstsein, als dass hier einfach nur ein anbiederndes Crossover herauskommen würde. 18 wohlbekannten Pop-Nummern wurde mit der raffinierten Arrangierkunst Simon Buchers zu Leibe gerückt – der schräge Humor, der dabei ins Spiel kam, war letztlich wieder eine Liebeserklärung ans Original!

Um das ‚best of worst‘ frei zu legen, gilt es nicht selten, erstmal den stereotypen Viererbeat der Unterhaltungsindustrie aufzubrechen. Denn dann kann – beispielsweise! – die Hookline in David Hasselhoffs Looking for freedom wieder ‚Musik‘ hervorbringen. Stephanie Szanto und Simon Bucher fühlten sich frei genug, um mehr draus zu machen. Etwa kleine Jazzopern, große Arien, skurrile Melodramen oder auch mal eine schräge Collage. Immer wieder spannen sie den großen Bogen, machen das große Fass auf, bringen tiefe Wahrheiten ans Licht und reizen dafür die Trickkisten von Oper, Operette und Liedgesang mutig aus. Iʼm too sexy, ein Eurodance-Hit von 1991, transportiert eine zeitlose Botschaft über Eitelkeiten und Glamour. Und die entfaltet sich erst recht, wenn Stephanie Szanto ihren brillanten Mezzosopran erhebt, so dass man sich in die Zeit der großen Musicals versetzt fühlt.

Mancher erinnert sich noch an den karnevalesken Disco-Glamour der Village People und deren nicht ganz ernstgemeinte Militär-Hymne In the Navy. Die Lesart dieses Duos bringt eine romantische Arie mit schier unendlicher Melodie hervor, gipfelnd in einem wunderbar hüpfenden Walzer-Refrain. Hier wie dort sorgen einschlägige Zitate für Überraschungseffekte – hier mal eine Prise ‚kleine Nachtmusik‘, anderswo die Tonfolge von I was made for loving you der Hardrockband Kiss, die im Kern eine wunderbare modale Skala ist!

Der Berg ruft heißt ein nicht tot zu kriegender Partyhit bei glühweindunst-geschwängerten Après-Ski-Gelagen. Die ‚Antwort‘ dieses Duos sagt viel mehr, wenn sie collagenhaft Mythos und Pathos der Bergwelt durch den Kakao zieht: Los geht es mit einem Thema aus dem Zarathustra von Richard Strauss. Jodler-artige Stimmakrobatik funkt dazwischen, dann läuft es auf einen schmissigen Walzer hinaus. Die weiteren Überraschungen werden hier nicht verraten!

Warum brennen sich Pop-Hits so stark ins Unterbewusstsein ein? Weil idealerweise eine prägnante Song-Idee eine Stimmung abbildet und ins zeitlose transferiert. Ein Mädels-Trio namens Tic Tac Toe rechnete Anfang der 1990er-Jahre mit Machogehabe und Co. ab. Stephanie Szanto und Simon Bucher gibt dies genug Futter für eine exaltierte Arie, in der es um Rollenklischees und Geschlechterkonflikte, also um ewige (Opern-)Themen geht.

Der Discohit Voyage Voyage schaffte es als nicht-englischsprachige Nummer bis ganz oben in die Charts und das sogar mit einer Melodie in Moll. Vergessen wir einmal die modische Synthiepop-Verpackung des Originals und lassen wir uns stattdessen von der tatsächlich vorhandenen Tiefe dieses melancholischen Liedes betören, wenn Simon Bucher seine Klaviergirlanden mystisch funkeln lässt und Stephanie Szanto mit ihrem tremolierenden Mezzosopran für Schwebezustände sorgt.

Nicht immer musste dieses Duo von einem formal simpel gestrickten Original ausgehen, um eigene, deutlich differenziertere Wege auszuloten. Queens Bicycle Race türmt an sich schon genug Bombast, Glamour und auch stilistische Vielfalt auf. Hier setzten die beiden auf Entschleunigung und fokussierten sich auf die Kernaussage dieses Songs: dieser philosophiert über das authentische Leben ohne irgendwelche Rollenerwartungen. Und genau das passt zum Geist dieses bemerkenswerten Projektes von Stephanie Szanto und Simon Bucher.

Stephanie Szanto studierte bei Elisabeth Glauser in Bern und vertiefte ihre Studien bei Barbara Locher in Luzern. Parallel studierte sie Jazzgesang und Komposition an der Hochschule der Künste Bern, arbeitete u.a. mit dem Luzerner Sinfonieorchester, dem Sinfonieorchester Biel, dem Lucerne Chamber Orchestra, dem Orchester des Bach Collegiums Zürich und dem Human Rights Orchestra. Weitere Engagements führten sie an die Oper Biel Solothurn, ans GAIA-Festival und ans Murten Classics Festival. In der Saison 2017 debütierte sie am Luzerner Theater und am Kunsthaus Zürich, wo sie mit der selbst komponierten Solo-Oper Proofing Evidence der englischen Künstlerin Cally Spooner zu erleben war. Szanto hat mehrere Uraufführungen gesungen, wurde als Speakerin zum internationalen TEDx-Event eingeladen und hat zahlreiche Wettbewerbe und Stipendien gewonnen. Sie ist u.a. Preisträgerin der Edwin Fischer-Stiftung, des Nicati de Luze Lausanne und der Schweizerischen Richard Wagner Gesellschaft.

Nach Studien an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Bern bei Erika Radermacher und Tomasz Herbut vervollständigte Simon Bucher seine Ausbildung an Meisterkursen bei Ruben Lifschitz, Klaus Hellwig und Irwin Gage. Er ist Preisträger des 10. Internationalen Johannes Brahms-Wettbewerbs und des Schweizerischen Tonkünstlervereins. Engagements führten ihn an das Centre Pompidou Paris, KKL Luzern, Tonhalle Zürich, MoMA New York und zu Festivals wie Budapest Spring, Klavierfestival Ruhr, Carinthischer Sommer, Nargen-Festival, Murten Classics oder dem GAIA-Festival. Simon Bucher wurde als Speaker zum internationalen TEDx-Event eingeladen, ist künstlerischer Leiter der Konzertreihe ‚Das Lied – Liedrezitale Bern‘ und war Dozent an der Hochschule der Künste Bern. Bei ARS Produktion, Orchid Classics und Carus entstanden mehrere CD-Einspielungen.

Info
Category:

PR, Video

Date:

Oktober 19, 2019