a
Lorem ipsum dolor sit amet, consecte adipi. Suspendisse ultrices hendrerit a vitae vel a sodales. Ac lectus vel risus suscipit sit amet hendrerit a venenatis.
12, Some Streeet, 12550 New York, USA
(+44) 871.075.0336
silverscreen@edge-themes.com
Links
Follow Us

Oberton String Octet

Oberton String Octet

(Photo: Julian Koch)

Ein verdoppeltes Streichquartett? Ein kleines Orchester? Das Oberton String Octet sitzt zwischen den Stühlen – was für dieses charmante, vor Spiellust sprühende Kammerensemble aus Österreich nur befreiend wirken kann. Die acht jungen Musikerinnen und Musiker sind sich der Universalität ihrer Konstellation absolut bewusst. Mühelos und geschmeidig, farbenreich wie ein Chamäleon wechseln diese Streicherinnen und Streicher die musikalischen Kontexte: Gerade noch haben sie der klassisch-romantischen Streichquartett-Literatur in verdoppelter Stärke zu nie gekannter Klangfülle verholfen, so formieren sie im nächsten Moment einen barocken Chor für geistliche Musik. Ebenso taugen acht Streichinstrumente für sämtliche Abenteuer der Moderne. Aber es geht auch anders: Beim ›OSO‹ gibt es keine Tabus gegenüber unterhaltsamen Musikgenres. Wenn sie den Volksmusiken auf unserem Globus zu Leibe rücken, werden sie als universale Botschafter geschätzt, die gerne für gute Zwecke musizieren oder einen heißen Tango zelebrieren. Auf ihrer neuen CD Slavic Soul bringen sie eben das, was dieser Titel meint, mit viel Herzblut und Virtuosität zum Ausdruck. Dabei wird gezeigt, aus welch verschiedenen Gründen große Komponisten die Oktett-Konstellation favorisierten.Zwei Stücke für Streichoktett von Dmitri Schostakowitsch bereiteten gewissermaßen die Ära der grandiosen Streichquartette dieses Komponisten erst vor. Wollte Schostakowitsch sich in die Königsdisziplin Streichquartett hineintasten, indem er zunächst von einem verkleinerten Orchesterformat wie dieser achtfachen Besetzung ausging, um dann den Klangkörper weiter aufs Wesentliche zu reduzieren? Das Oberton String Octet demonstriert auf der CD noch viel mehr: Die beiden Sätze muten überhaupt nicht vorsichtig an, sondern bringen voll ausgereift Schostakowitschs Anliegen auf den Punkt: Das erste Stück Prelude beginnt wie ein osteuropäischer Choral, führt dann auf diese typische Gratwanderung aus Eleganz und subtiler Ironie. Hier gibt es Gelegenheit genug für dieses Oktett, alle Register einer filigranen Beweglichkeit zu ziehen. Aber das ist erst die Ruhe vor dem Sturm: Wie ein atemloser Höllenritt bricht das folgende Scherzo über Spieler und Hörer herein. Radikale, rasche Schnitte wie in einem schnell geschnittenen Film lassen den Boden erbeben. Furiose Tremoli wechseln mit herabstürzenden Glissandi und flirrenden Sechszehnteln in den Violinen. Hier lebt der ganze Hunger dieses Komponisten, sich in widrigen Zeiten ungefiltert auszudrücken.

Nikolai Afanassjew begab sich noch früher an die historischen Wurzeln der Gattung eines ›Streichquartetts mal zwei‹. Doppelchörige Ensembles existierten bereits in der Renaissance. Sie wurden im 19. Jahrhundert von Louis Spohr reanimiert, bevor sie wieder verschwanden, da die Zukunft ganz der Ausweitung des sinfonischen Formats gehörte. Afanassjew blieb mit seinem 1875 veröffentlichten Doppelquartett D-Dur der alten Gattung treu und hat das Prinzip des ›concertare‹, den Dialog zwischen zwei Gruppen, in eine schwelgerisch-romantische Klangwelt hinein verpflanzt. Das viersätzige Werk glänzt durch eine meisterhafte Behandlung des Streicherklangs und den Rückgriff auf russische Volksweisen. Es gibt raffinierte Echowirkungen zwischen den Streichergruppen und es dominiert über weite Strecken ein optimistischer, beschwingter Gestus.

Reinhold Glière hat seinen Namen von deutschen Vorfahren geerbt, seine Tonsprache ist aber denkbar russisch. Mit energischem Schwung dringen die Streicher des Oberton String Octets in diese vielgestaltige Klangwelt vor, in der lebendige Kontraste zwischen loderndem Temperament und melancholischer Versenkung leben. Vor allem hier zeigt sich die blühende Farbenpracht dieser Streicherinnen und Streicher, die nicht nur im organischen Gesamtgefüge zusammenwachsen, sondern zugleich auch solistische Bravourleistungen hervor bringen.Liegt es an der Programmvielfalt oder der weltumspannenden Aura dieses jungen Oktetts, »das wie ein Orchester klingt« (Glas Slavonije), dass dieses nach seiner Gründung im Jahr 2015 auf Anhieb international von sich reden machen konnte? Das Oberton Stringt Octet hinterließ bleibende Eindrücke im Musikverein Graz, beim Wiener Film-Festival in Jekaterinburg und beim Festkonzert zum 100-jährigen Jubiläum der Republik Österreich in der Wiener Hofburg. Ebenso sorgte es für Furore bei zahllosen Festivals, etwa dem Steirischen Kammermusikfestival, dem Sounding Jerusalem Festival, bei der 22nd Music Night of Sarajevo, dem Euro Chamber Festival in Danzig und der Eröffnung des Carinthischen Sommers in Ossiach.

Info
Category:

PR

Date:

Februar 27, 2020