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Giraud Ensemble Chamber Orchestra

Giraud Ensemble Chamber Orchestra

(Photo: PR)

Friedrich Gulda ● Sergei Prokofiev ● Francis Poulenc

Das Giraud Ensemble Chamber Orchestra unter der Leitung von Sergey Simakov hat sich auf seiner zweiten CD zusammen mit dem Pianisten-Duo Mischa Cheung und Yulia Miloslavskaya dem intelligenten, musikalischen Humor als Schnittstelle zwischen den Kompositionen verschrieben – denn der ist beim einstigen ›Klassik-Revoluzzer‹ Friedrich Gulda, dem feinsinnigen Ironiker Sergei Prokofjew und dem weltoffenen französischen Neoklassizisten Francis Poulenc gleichermaßen im Spiel!

Friedrich Gulda hasste nichts so sehr, wie sich auf Rollen festnageln zu lassen. In seinem Concerto for Myself können die skurrilen Wechselbäder zwischen musikalischen Genres – ›E- und U-Musik‹, Wiener Klassik, Popmusik, Barock, Jazz – manchmal laut auflachen lassen. So viel prallt zusammen, was in den wohlgeordneten bürgerlichen Musikschubladen doch meist sauber voneinander getrennt gehört. Da geht es gerade noch in solider Sonatenhauptsatzform der Wiener Klassik voran, dann klinken sich Drumset und E-Bass wie in einer Rockband lautstark ein. Gulda webt ein immer weiter wucherndes, zugleich formal kunstvoll durchstrukturiertes Netz aus Crossover-Bezügen. Schließlich wird die Solokadenz wieder zu dem, für das sie Mozart und Co. ursprünglich vorgesehen haben: Zum freien, improvisatorischen Entfaltungsfeld – in diesem Fall für den Solisten Mischa Cheung.

Sergei Prokofjews musikalischer Humor war bekanntlich aus der Not geboren. Unter der repressiven Sowjet-Kulturdiktatur war es lebenswichtig, ästhetische Wagnisse möglichst hintersinnig zu ›verpacken‹. Prokofjews Erste Symphonie, auch Symphonie classique genannt, zeugt aber kaum von irgendwelcher Auflehnung. Ihre Essenz, welche das Giraud Ensemble Chamber Orchestra hier hellhörig heraus arbeitet, ist vor allem eine Liebeserklärung an den Esprit des 18. Jahrhunderts, in den aber eine tief persönliche, aus dem 20. Jahrhundert kommende Diktion ihres Schöpfers einfließt. Die vorliegende Neuaufnahme durch dieses junge Schweizer Ensemble lädt dazu ein, den gesamten Reichtum von Prokofievs Erster Symphonie kennen zu lernen.
Während in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbitterte ästhetische Grabenkämpfe tobten, setzte vor allem Francis Poulenc auf die Einsicht, dass Historie nichts Überwundenes ist, sondern ein fruchtbarer Nährboden für Neues sein kann. Leichtfüßiger und musikantischer als in seinem Konzert für zwei Klaviere lässt sich kaum ein Kaleidoskop aus satztechnischen, harmonischen und rhythmischen Finessen inszenieren. Auch die große weite Welt findet hier in Gestalt eines balinesischen Gamelan-Ensembles zeitgenössischen Widerhall.
Der Pianist Mischa Cheung bringt für das Anliegen dieser CD genug Weltoffenheit mit. Er ist Mitglied des Gershwins Piano Quartetts, das regelmäßig mit gleich vier Konzertflügeln die Bühnen bespielt. Cheung studierte bei Konstantin Scherbakov an der Zürcher Hochschule der Künste, konzertierte mit dem London Symphony Orchestra, dem Hong Kong Philharmonic Orchestra und dem Netherlands Philharmonic Orchestra. 2016 entwickelte er die Musik für eine Tanzperformance der Choreographin Alexandra Bachzetsis im Auftrag des Museum of Modern Art New York. Er doziert an der Zürcher Hochschule der Künste und assistiert in der Meisterklasse von Scherbakov. 2019 erhielt er den Kulturpreis des Kantons Basel-Land in der Sparte Musik.

In Francis Poulencs Doppelkonzert übernimmt Yulia Miloslavskaya den ersten Klavierpart. Sie studierte am Moskauer Konservatorium, danach in Zürich, ebenfalls bei Scherbakov. Seitdem bereichert ihre erfrischende Individualität das Konzertleben. Yulia Miloslavskaya ist zudem eine begeisterte Kammermusikerin, die häufig mit Thomas Grossenbacher (Violoncello), Martin Grubinger und Rainer Seegers (Schlagzeug), Ilya Gringolts und Andreas Janke (Violine) zusammenarbeitet.

Das Giraud Ensemble Chamber Orchestra wurde im Jahr 2015 in Zürich gegründet und besticht durch seine hohe Flexibilität: Je nach Anlass tritt es in verschiedenen Formationen vom Quintett bis zum vierzigköpfigen Kammerorchester auf. Die meist jungen Ensemblemitglieder zeigen sich in einem vielfältigen Repertoire vom Barock bis in die Moderne mit allen Wassern gewaschen. Ebenso ist viel Idealismus im Spiel, wenn v.a. weniger bekannten Musikwerken Gehör verschafft wird.

Der Leiter dieses hochmotivierten Ensembles, Sergey Simakov, hat bereits in jungen Jahren viele Erfahrungen sammeln können. Ausgezeichnet mit dem 1. Preis bei der International Conducting Competition Jeunesses Musicales Bucharest, assistierte er bei der Jungen Deutschen Philharmonie und war als Assistent des Chefdirigenten Daniel Raiskin bei der Rheinischen Philharmonie Koblenz tätig. 2016 bekam er die Leitung beim Festival ›Oper Oder-Spree‹. Als Gast leitete Sergey Simakov im Jahr 2019 die Produktion von Gaetano Donizettis Lʼelisir dʼamore am Staatstheater Cottbus. Konzertdirigate führten ihn u.a. ans Pult der Stuttgarter Philharmoniker, des Iceland Symphony Orchestra, des Nord Netherlands Symphony Orchestra, des Orchestre Philarmonique de Strasbourg und der Komischen Oper Leipzig. Seit 2012 ist Sergey Simakov Stipendiat des Deutschen Dirigentenforums.

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Category:

PR

Date:

Oktober 22, 2019